Am 3. und 4. März 2026 waren 21 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Bildungscampus Rheinsberg zu Gast im Hospiz „Haus Wegwarte“. In einem zweitägigen Schulprojekt setzten sie sich mit Abschied, Tod und Trauer auseinander und absolvierten einen Letzte-Hilfe-Kurs für Kids und Teens.
Am ersten Projekttag näherten sich die Jugendlichen behutsam einem Thema, das viele Menschen zunächst verunsichert. Sie sprachen über eigene Erfahrungen mit Abschied und Trauer und tauschten sich darüber aus, was ihnen persönlich hilft, wenn sie traurig sind. Dabei wurde deutlich: Trauer kann sehr unterschiedlich aussehen. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, mit ihr umzugehen.
Ein wichtiger Teil des Tages war das Kennenlernen des Hospizes „Haus Wegwarte“. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in die Arbeit des Hauses und kamen mit Tageshospizgästen in Kontakt. Auch Gespräche mit Angehörigen, die den Verlust eines geliebten Menschen erlebt haben, ermöglichten persönliche Begegnungen und neue Perspektiven. Die Offenheit dieser Gespräche half den Schülerinnen und Schülern, Fragen zu stellen und Unsicherheiten anzusprechen.
Am zweiten Tag stand der Letzte-Hilfe-Kurs für Kids und Teens im Mittelpunkt. Die Jugendlichen konnten sich in vielen praktischen Übungen ausprobieren und gemeinsam nach Antworten suchen: Wie lässt sich Leiden lindern? Was kann einem schwer kranken oder sterbenden Menschen guttun? Und wie kann ich eine eigene Form finden, Abschied zu nehmen?
Die Aufgaben regten zum Nachdenken, Fühlen und miteinander Beraten an. Neben emotionalen Momenten gab es auch viel Raum für spielerisches Lernen und gemeinsames Lachen. Immer wieder entstand dabei eine wichtige, frohmachende Erkenntnis: Zusammen ist man weniger allein.
Die Rückmeldungen der Jugendlichen zeigen, wie nachhaltig das Projekt gewirkt hat. Viele erlebten die Tage als abwechslungsreich und bereichernd. Zugleich war das Thema für einige emotional. Eine zentrale Erfahrung blieb: Wissen und offene Gespräche können Ängste verringern und Sicherheit geben. Einige Jugendliche äußerten, dass sie nun weniger Angst vor dem Tod haben und sich besser vorstellen können, Angehörige am Lebensende zu begleiten.
Das Schulprojekt zeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen einen geschützten Raum für Fragen zu Leben, Sterben, Tod und Trauer zu geben. Hospizarbeit wird so erfahrbar – menschlich, offen und auf Augenhöhe.
Wenn Sie mehr über die Angebote in der Hospiz- und Palliativversorgung erfahren möchten, informieren Sie sich gern bei der gemeinnützigen Gesellschaft für Hospiz- und Palliativbetreuung HOSPA und dem Ruppiner Hospiz e.V. Gespräche, Begegnungen und Bildungsangebote schaffen Verständnis und können dazu beitragen, Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen gut zu begleiten.

