Ein Vierteljahrhundert Menschlichkeit und Nähe

Am 9. September 2026 feierte der Ambulante ehrenamtliche Hospizdienst im Haus Bikowsee in Rheinsberg OT Zechlinerhütte sein 25-jähriges Bestehen. Seit 25 Jahren begleiten Koordinatorinnen und heute 89 Ehrenamtliche schwer kranke und sterbende Menschen – zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim, im Hospiz, im Tageshospiz, im Palliativzentrum oder in der Kurzzeitpflege. Auch Angehörige finden Unterstützung, Zeit und ein offenes Ohr.

Die Geschichte begann mit der Gründung des Ruppiner Hospiz e.V. im Jahr 1999. Ziel war, den ambulanten Dienst und das stationäre Hospiz zeitgleich aufzubauen. 2001 fand sich eine Hospizinitiative um die Krankenschwester Cornelia Menke zusammen, darunter Dörte Wehowsky, Heli Voss, Christel Molz, Edith Pudrycki, Ute Bahr und Carola Leppin. Susanne Hoch war als Koordinatorin der ersten Stunde maßgeblich am Aufbau beteiligt. 2002 leitete Diakonisse Ruth Sommermeyer den ersten Kurs für ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer. Als enge Weggefährtin von Cicely Saunders und Mitbegründerin der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz in Brandenburg, heute Hospiz- und Palliativverband Brandenburg e.V., gab sie der Arbeit wichtige Impulse.

Mit der Regelförderung durch die Krankenkassen ab 2003, der Kooperation mit dem Pflegeheim in Radensleben 2005 und dem Landeshospiztag in Neuruppin 2006 entwickelte sich der Dienst weiter. Ausstellungen wie „Ein Koffer für die letzte Reise“ mit Fritz Roth, Buchlesungen mit der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin und dem Projekt „Hospiz macht Schule“ wurde Hospizarbeit sichtbar. Seit 2015 findet das Schulprojekt jährlich in den vierten Klassen der Evangelischen Schule Neuruppin statt. 2012 waren Ursula Wackrow und Iris Vogt in den Bundestag eingeladen. 2016 erhielten Annette Oertel und Annemarie Pohl die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Auch „Endlich. Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ und „Letzte Hilfe Kids und Teens“ gehören inzwischen zur Bildungsarbeit.

Die Trauerarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt. 2022 wurden sieben Ehrenamtliche zu Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleitern qualifiziert; im selben Jahr starteten die Trauercafés in Neuruppin und Wittstock. 2025 kamen zehn weitere ausgebildete Trauerbegleiterinnen hinzu. Die Cafés werden vollständig von Ehrenamtlichen geleitet. Neue Ehrenamtliche werden seit 2002 regelmäßig qualifiziert; ein weiterer Kurs ist für 2027 geplant.

Viele Ehrenamtliche sind seit mehr als 20 Jahren dabei. Renate Schwarz, Annette Oertel und Annemarie Pohl engagieren sich noch immer – fast 25 Jahre nach ihrem ersten Kurs. Unser Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, den Familien und Partnern, die dieses Engagement mittragen, sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Ein besonderer Dank ging an Susanne Hoch: Die Koordinatorinnen überreichten ihr einen Blumentopf als Zeichen ihrer tiefen Wertschätzung; Prof. Nürnberg übermittelte seinen persönlichen Dank in einer Karte.

Danke auch an die Gastgeber im Haus Bikowsee sowie an die Campus ACADEMY für die Unterstützung bei der Planung und Umsetzung der Jubiläumsveranstaltung.

25 Jahre Ambulanter ehrenamtlicher Hospizdienst stehen für Menschlichkeit, Nähe und gelebte Gemeinschaft. Wenn Sie sich engagieren, informieren oder unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

 

Ruppiner Hospiz e.V.
Ambulanter ehrenamtlicher Hospizdienst
c/o ukrb, Hospiz „Haus Wegwarte“
Fehrbelliner Straße 38
16816 Neuruppin
Tel.: 03391 39-17220
E-Mail: info@ruppiner-hospiz.de